Neue Frage, bessere Antwort?

Image Mit dem Fragen ist das so eine Sache. Einerseits machen einen richtig gestellte Fragen schlauer. Andererseits stellte schon das kreative Multitalent Jean-Jaques Rousseau (1712-1778), französisch-schweizerischer Schriftsteller, Pädagoge, Komponist sowie Gesellschafts- und Staatstheoretiker, fest: “Man muss viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, fragen zu können.” Nehmen wir mal, in diesem Blog nicht weiter überraschend, das Thema Social Media. Der täglich größer werdende digitale Friedhof fehlgeschlagener Social Media Marken-Experimente legt die Vermutung nahe, daß hier möglicherweise schon zu Beginn in der Plannungsphase die falschen Fragen gestellt wurden. Kein Wunder eigentlich: Schließlich befinden sich viele Marken und Markenverantwortliche noch ganz am Anfang ihrer Social Media-Lernkurve, sind also nach Rousseau nur unzureichend in der Lage, die richtigen Fragen zu stellen. Deshalb hier mal 8 oft gehörte Fragen aus den letzten Tagen und Monaten eigener Erfahrung mit Social Media, die sich aus meiner Sicht inzwischen anders, richtiger stellen lassen:

1. Auf welchen heißen, neuen Trend in Sachen Social Media sollten wir setzen, um unsere Kunden für unsere Marke zu begeistern? Besser gefragt: Wie können wir unsere existierenden Plattformen und Programme so optimieren, daß wir für unsere Kunden einen relevanten Beitrag zu ihrem Leben abliefern?

2. Wie kommen wir möglichst schnell zu einer großen Zahl von Facebook “Likes” und Twitter “Followern”? Besser gefragt: Wie können wir unsere existierenden Kunden dazu bewegen, sich auf Social Media Plattformen mit unseren Marken wirklich zu beschäftigen?

3. Wie finden wir den richtigen Social Media Guru für das Marken-Team? Besser gefragt: Wie schaffen wir es, das existierende Socil Media-Wissen unserer Mitarbeiter in den Dienst unserer Marke zu stellen, es in der Organisation zu verbreiten und durch fortlaufendes Wissensmanagement und Training täglich frisch zu halten?

4. Wie kriegen wir möglichst viele “Clicks” für unser nächstes Marken-Viral? Besser gefragt: Wie können wir unser nächstes Viral so platzieren, daß möglichst viele unserer potentiellen Kunden es als Search- Ergebnis beim Herumsuchen auf Google und anderen Suchmaschinen finden?

5. Wie kreieren wir die nächste Social Media-Kampagne, über die jeder spricht? Besser gefragt: Wie kreieren wir eine Digital-Strategie für unsere Marke, die uns langfristig die Chance gibt, immer wieder neue kreative Umsetzungen und Ausdrucksformen für sie zu finden und damit unsere Kunden auch digital langfristig an die Marke zu binden?

6. Wie können wir unsere Kunden davon überzeugen, daß wir beim Thema Social Media ganz weit vorne liegen? Besser gefragt: Wie können wir Content, bzw. ein digitales Angebot kreieren, daß unser Markenversprechen auch in der digitalen Welt auf relevante Art spürbar macht?

7. Wieviel Geld sollten wir aus den klassischen Budgets oder dem CRM-Budget abziehen und in Social Media-Kanäle investieren? Besser gefragt: Wie kann ich ganz medienneutral aus den Lebens-, Konsum-, und Medienkonsumgewohnheiten meiner potentiellen Kunden so viel lernen, daß ich weiß, wann, wo, wie, warum und in welcher Form die am ehesten empfangsbereit für meine Markenbotschaften sind, um sie dann mit dem geeigneten Mix an Maßnahmen relevant und zielgerichtet zu erreichen?

8. Wie schaffe ich es, die wichtigsten Blogger für meine Marke zu finden und sie dann dazu zu bewegen über meine Marke zu schreiben? Besser gefragt: Wie machen wir aus unseren existierenden leidenschaftlichsten Kunden und Markenfans freiwillige öffentliche Bekenner, Beeinflusser und Markenbotschafter?

Die Liste ließe sich sicherlich noch um viele weitere Fragen ergänzen. Und meine 8 Fragen lassen sich mit ebensolcher Sicherheit schon morgen noch viel schlauer stellen. Schließlich hat schon der amerikanische Schauspieler/Komiker Danny Kaye (1913-1987) festgestellt: “Wirtschaftswissenschaft: das einzige Fach, in dem jedes Jahr auf dieselben Fragen andere Antworten richtig sind”. Entscheidend ist, aus den digitalen Fehlschlägen nicht gleich neue Antworten abzuleiten, sondern die Fähigkeit, sich beim nächsten Mal an der Startlinie die besseren, weil richtigere Fragen zu stellen, um erfolgreichere Anworten zu finden. Vor allem aber: Auch nach Erfolgen, insbesondere den digitalen, sollte man sofort die nächsten, noch besseren Fragen stellen, den Erfolg hinterfragen, um auch beim nächsten Mal wieder die Markennase vorn zu haben.  

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von lobenstein

am 10.11.2011

Social

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